Herzlich willkommen im
Herzlich willkommen im

Die Zinngießerei hat ihre Produktion zum Jahresende 2016

 

eingestellt und öffnet nun für die Besucher seine Pforten jeden

 

1. Sonntag im Monat von 11 – 17 Uhr. 

 

Telefonisch erreichen Sie Zinngießermeister Weiss unter der

Tel. Nr. 07941-7923.

Hier sehen Sie Zinngießermeister Weiss bei der Arbeit

 

 

Im Anbau des Museums erwartet Sie eine der ältesten noch produzierenden Zinngießereien Deutschlands, welche auf die Weygang-Dynastie zurückgeht.


Nicht nur Zinnsammler und Zinnliebhaber werden an dieser Werkstatt und ihren Produkten ihre Freude haben -

auch der Laie wird hier gerne stehen bleiben und vielleicht das eine oder andere Stück aus der Produktion erwerben.

Zinngießermeister Gerhard Weiss


 

 

 

Etwas ganz besonderes finden Sie in unserem Zinnladen.

 

Den legendären Brautbecher...

 

Was es damit auf sich hat, lesen Sie hier

Blicke in den Zinnladen

Blicke in die Werkstatt

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Ein Zinngießer aus Leidenschaft
Von Yvonne Tscherwitschke

(aus der Hohenloher Zeitung vom 3.5.2003)

 

Wer an Zinn denkt, der denkt an Gerhard Weiss, den Zinngießermeister im Öhringer Weygang-Museum. 2003 feierte er sein 50-jähriges Arbeitsjubiläum.
 

Dabei, so erklärte Gerhard Weiss den Gästen, habe er eigentlich nie Zinngießer werden wollen. Dass er heute doch mit dem Zinn-Virus infiziert ist, und vor allem auch seine Frau Rosina, das hat seine Gründe in der Lehrstellenknappheit von 1953. Und so war es nichts mit der Lehre als Elektriker. Vielmehr kam Vater Weiss wieder in den Kopf, was Jahre zuvor auf der Straße beim Öhringer Krankenhaus gesprochen worden war: "Damals hatte Weygang zweien seiner Zinngießer Häuser in unserer Nachbarschaft finanziert. Der Vater vom Rudi Müller war einer davon. Und als der im Krieg gefallen ist, da hieß es, erst macht der Rudi eine Zinngießerlehre. Und wenn der fertig ist, dann der Gerhard."


Tatsächlich fing Gerhard Weiss am 1. Mai 1953 nach zweiwöchiger Probezeit als Lehrling bei Weygang-Zinn im Römerwall an. Den Kessel einheizen, morgens um vier, das gehörte zu den Aufgaben des Stifts.
 

1956, so Bürgermeister Dieter Pallotta, machte Gerhard Weiss seine Gesellenprüfung in München, 1961 die Meisterprüfung. Meisterbrief und Meisterstücke stehen heute in der Vitrine im Weygang-Museum.

Jahrelang arbeitete Weiss für Ochsenreither im Römerwall, ehe er nach kurzem Zwischenspiel in Gnadental seine Werkstatt in der Öhringer Gäwelestraße eröffnete. Der Umzug an den Ursprungsort, ins Weygang-Museum 1999, das war ein Glücksfall für die Stadt, freute sich Bürgermeister Pallotta. Da soll die Werkstatt auch bleiben, wenngleich Gerhard Weiss seit 2002 eigentlich Rentner ist. Die Verhandlungen dafür laufen.

Der lebendigen Werkstatt im Museum und den vielen Aktionen des Fördervereins sei es zu verdanken, so Pallotta, dass man sich in der Stadt wieder der Bedeutung des Zinngießerhandwerks bewusst sei. Denn die Hochzeiten des Zinns, so Gerhard Weiss, seien nach der Eiche-rustikal-Zeit in den 60er Jahren vorbei. Nicht so in Öhringen. Hier ist man sich der Wertstücke bewusst.

Das zeigen die zahlreichen Exponate, die allein schon die Besucher der Feierstunde für die Schau "Öhringer zeigen ihr Weygang-Zinn" mitgebracht haben. Dann sind auch viele Kannen aus dem Besitz der Familie Weiss zu sehen, auf Trödelmärkten erstanden.

Oder bei Auktionen, auch im Internet. Da stöbert vor allem Rosina Weiss verloren gegangene Schätze auf. Einen ganz besonderen Schatz, eine alte Kanne aus der Zeit um die Jahrhundertwende, stiftete Gerhard Weiss dem Museum.



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